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Großbritannien und Londoner Markt

Im Berichtsjahr konnten wir in Großbritannien neue Kundenverbindungen gewinnen und unser Portefeuille weiter diversifizieren. Gemäß unserer Marketingstrategie lag der Fokus auf dem Ausbau speziellen Nischengeschäfts, zum Beispiel in der Sparte Reiseunfallgeschäft, während wir unser naturkatastrophenexponiertes Geschäft im Gegenzug planmäßig reduziert haben.

Erneut profitierte die Hannover Rück im Haftpflichtbereich von ihrem sehr guten Rating. Nachdem sich das Preisniveau im Vorjahr noch stabil gezeigt hatte, kam es im Berichtsjahr zu einer leichten Reduzierung der Raten. Obgleich wir einige wenige langfristig ausgerichtete Beteiligungen pflegen, betreiben wir im Londoner Markt generell eine opportunistische Zeichnungspolitik.

Im Berichtsjahr haben wir unser Prämienvolumen stabil gehalten; der Schadenverlauf blieb alles in allem moderat.

Der Londoner Markt ist zudem bedeutend für die Zeichnung von internationalen Transport- und Luftfahrtrisiken; in beiden Sparten zählt die Hannover Rück zu den Marktführern.

Nachdem der Originalmarkt in der Luftfahrtversicherung 2007 deutliche Ratenrückgänge verzeichnet hatte und die Versicherer insgesamt erstmals einen Verlust hinnehmen mussten, herrschte ein hoher Druck, diesen Prämienabrieb zu stoppen. Auch die Finanzmarktkrise und der damit verbundene Kapitalverlust bei den Erstversicherern wirkten sich günstig auf die Ratenentwicklung in der Erst- und Rückversicherung aus, sodass im Berichtsjahr erste Tendenzen für eine Stabilisierung bzw. Erhöhung der Raten erkennbar waren. Zudem boten sich uns mit der Öffnung des brasilianischen Versicherungsmarktes neue Geschäftschancen für die Luftfahrtrückversicherung.

An Großschäden hatten wir im Berichtsjahr das schwere Flugzeugunglück in Madrid sowie einen Satellitenschaden zu verzeichnen, die insgesamt zu einer Nettoschadenbelastung von 13,9 Mio. EUR führten.

+++ Transportgeschäft durch Belastungen aus Hurrikanen betroffen +++

Nach zwei nahezu großschadenfreien Jahren zeigten sich die Raten in der Transportrückversicherung 2008 leicht rückläufig. Gleichwohl gab es regionale Unterschiede. So wies der asiatische Markt - als einer der wettbewerbsintensivsten - Reduzierungen von rund 20 % auf. Im Wesentlichen haben wir unser bestehendes Portefeuille gehalten, Haftungen im Golf von Mexiko allerdings bewusst abgebaut. Unsere Zeichnungspolitik fokussiert sich deutlich auf nichtproportionale Verträge.

Neben höheren Frequenzschäden auf Erstversicherungsseite im Bereich Offshore-Energy war es Hurrikan „Ike“, der wesentliche Schadenbelastungen für die (Rück-)Versicherungswirtschaft mit sich brachte: Trotz seiner relativ moderaten Windstärke hat der Wirbelsturm durch die langsame Zuggeschwindigkeit zu erheblichen Zerstörungen geführt. So wird der Marktschaden für das Offshore-Geschäft - also die Bohrinseln und Ölplattformen im Golf von Mexiko - auf rund 3 Mrd. USD beziffert. Angesichts dessen dürfte es zu einem deutlichen Anstieg der Preise für Deckungen im Golf von Mexiko kommen. Des Weiteren trägt auch die Finanzmarktkrise durch einen Rückgang der Erst- und Rückversicherungskapazitäten zu einer generellen Marktverhärtung bei.

Unsere Nettoschadenbelastung aus Hurrikan „Ike“ liegt bei 222,1 Mio. EUR und umfasst neben dem Offshoreauch das Onshore-Geschäft, also die versicherten Sachschäden an Land. Mit Hurrikan „Gustav“ war im Berichtsjahr ein weiterer Wirbelsturm in der Karibik zu verzeichnen, der allerdings für die Hannover Rück eine relativ moderate Belastung von 18,1 Mio. EUR nach sich zog.

+++ Hannover Rück mit sehr gutem Ergebnis in der Kredit- und Kautionsrückversicherung +++

Mit der Entwicklung der Kredit- und Kautionssparten in Europa sind wir sehr zufrieden. Traditionell ist das Geschäft hier auf Kontinuität ausgelegt, sodass Loyalitätsgesichtspunkte zwischen Erst- und Rückversicherer von wesentlicher Bedeutung sind.

Gebuchte Bruttoprämie in Großbritannien nach Sparten (in %)

Gebuchte Bruttoprämie in Großbritannien nach Sparten (Tortendiagramm)

Trotz verschlechterter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in Europa haben die Erstversicherer ihre Selbstbehalte erneut erhöht. Nach wie vor herrschte ein Überangebot an Rückversicherungskapazität, allerdings tritt die Finanzstärke der Rückversicherer für Zedenten zunehmend in den Vordergrund. Infolge der Finanzmarktkrise kam der Ratenverfall auf Erstversicherungsseite zum Stillstand. In einigen Regionen, wie zum Beispiel in Italien und Spanien, stiegen die Raten sogar deutlich an. Wenngleich sich in der Rückversicherung die Konditionen leicht verschlechtert haben, sind sie immer noch auskömmlich. Im Bereich der politischen Risiken stieg der Absicherungsbedarf weltweit.

Wir haben im Berichtsjahr unser Engagement im Kreditund Kautionsgeschäft selektiv ausgebaut - vorrangig über Anteilserhöhungen bestehender Programme, im Bereich Kaution jedoch auch durch neue Geschäftsbeziehungen -, sodass das Prämienvolumen leicht gestiegen ist. Unsere Position als einer der drei Marktführer konnten wir behaupten, und unser Portefeuille zeigt sich durch den Ausbau der Kautionssparte und des Geschäfts mit politischen Risiken weiter diversifiziert.

In der Kreditsparte war insbesondere in Spanien und Italien eine steigende Schadenfrequenz zu beobachten. Zwar nahmen auch in den übrigen Ländern die Schäden leicht zu, allerdings war das Vorjahr durch einen historischen Tiefstand gekennzeichnet. Im Bereich Kaution und politische Risiken kam es zu einem günstigen Schadenverlauf.