West- und Südeuropa
In Frankreich entwickelte sich das Erstversicherungsgeschäft zufriedenstellend. Nach drei Jahren der Ratenrückgänge war 2008 die Talsohle erreicht. Problematisch zeigte sich nach wie vor die Kraftfahrtsparte, deren Ratenniveau in der Rückversicherung noch ungenügend ist. Angesichts dessen streben wir keine Erhöhung unserer Marktanteile an, sondern achten in erster Linie auf Profitabilität.
+++ Engagement in der Bauhaftpflichtversicherung weiterentwickelt +++
Im Berichtsjahr haben wir erneut unser Portefeuille in der Bauhaftpflichtversicherung weiterentwickelt und verfolgen eine langfristige Strategie des stetigen Ausbaus. Unsere Pariser Niederlassung für Lebensrückversicherungsgeschäft haben wir 2008 um die fakultative und Vertragsrückversicherung der Unfallsparte erweitert.
Signifikante Schadenereignisse gab es im französischen Markt mit Ausnahme des Brands im Eurotunnel nicht. Die Belastung aus diesem Ereignis liegt für die Hannover Rück bei 6,3 Mio. EUR netto.
Unser Prämienvolumen haben wir im Berichtsjahr leicht reduziert.
Der Erstversicherungsmarkt in den Niederlanden war im Berichtsjahr durch Zusammenschlüsse kleinerer Gesellschaften gekennzeichnet. Angesichts anstehender hoher Kosten im Hinblick auf die Erfüllung der Solvency-II-Vorgaben werden weitere Versicherer fusionieren müssen. Auch die Finanzmarktkrise traf einige Versicherer in den Niederlanden, die sich gezwungen sahen, Stützungsangebote des Staates in Anspruch zu nehmen. Der niederländische Teil einer großen belgisch-niederländischen Gruppe ging in Staatsbesitz über. Negative Auswirkungen für die Rückversicherung ergaben sich daraus nicht. Es ist stattdessen davon auszugehen, dass die Finanzmarktkrise für eine stärkere Nachfrage nach Rückversicherungsschutz sorgen wird. Unvermindert hart ist der Preiskampf im industriellen Sachgeschäft.
In den Niederlanden galt unser besonderes Interesse im Berichtsjahr dem nichtproportionalen Nischengeschäft, wozu wir die Rückversicherung von Gewächshäusern sowie auch das Gemeindehaftpflichtgeschäft zählen. Angesichts einer günstigen Ratensituation im Haftpflichtbereich haben wir unser Portefeuille in dieser Sparte ausgebaut.
Unser Prämienvolumen blieb für den niederländischen Markt nahezu konstant.
Die Schadenbelastung für die Hannover Rück war im Berichtsjahr moderat: Während das Katastrophengeschäft, bis auf einen größeren regionalen Hagelschaden, schadenfrei blieb, gab es im Sachgeschäft mit dem Brand an der TU Delft den größten bislang bekannten Feuerschaden in den Niederlanden. Nach derzeit vorliegenden Schadeninformationen beträgt der Originalschaden rund 140 Mio. EUR. Unser Anteil hieran ist mit rund 1 Mio. EUR moderat.
Insgesamt sind wir mit unserer Geschäftsentwicklung in den Niederlanden zufrieden.