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Übrige internationale Märkte

Lateinamerika

Die wichtigsten lateinamerikanischen Märkte sind für uns Mexiko, Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Argentinien. Sowohl Mexiko als auch Mittelamerika sind Märkte mit ausgeprägter Naturkatastrophenexponierung. Die Hannover Rück ist in diesem Segment sehr engagiert. Wir haben auch hier – mit Ausnahme der Karibik – unser Engagement ausgebaut.

Die meisten Sparten waren insbesondere bis Mitte des Jahres von Ratenreduzierungen gekennzeichnet, danach waren leichte Verbesserungen zu verzeichnen. Insgesamt sind die Preise risikoadäquat.

+++ Hannover Rück ist „zugelassener“ Rückversicherer in Brasilien +++

Nachdem 2008 in Brasilien das Rückversicherungsmonopol gefallen ist, haben wir in Rio de Janeiro eine Repräsentanz eröffnet und können nun als „zugelassener“ Rückversicherer im brasilianischen Markt agieren. Dies bietet uns eine optimale Ausgangsbasis, um im größten Markt Lateinamerikas einen adäquaten Marktanteil zu gewinnen. Das in Brasilien gezeichnete Geschäft umfasst sowohl obligatorische als auch fakultative Akzepte in allen Sparten, inklusive Kraftfahrt, Luftfahrt, Kredit und Kaution, landwirtschaftliche Risiken, strukturierte Produkte sowie Lebensrückversicherung.

Bei den landwirtschaftlichen Risiken verfolgten wir die Strategie, weitere Marktanteile hinzuzugewinnen. Staatliche Prämiensubventionsprogramme in der Erstversicherung sowie die Förderung pflanzlicher Energieträger führten unverändert zu einer verstärkten Nachfrage nach landwirtschaftlichen Versicherungen - und infolgedessen zu einem größeren Bedarf an Rückversicherungskapazitäten.

Unser Prämienvolumen aus den lateinamerikanischen Märkten erhöhte sich im Berichtsjahr leicht. Schadenseitig war das Berichtsjahr durch die schweren Wirbelstürme „Ike“ und „Gustav“ gekennzeichnet, sodass die Schadenquote leicht angestiegen ist.

Afrika

Unser wichtigster Markt auf dem afrikanischen Kontinent ist Südafrika, wo wir in Johannesburg mit einer Tochtergesellschaft, der Hannover Re Africa, vertreten sind.

Auch im Berichtsjahr waren der südafrikanische Erst- und Rückversicherungsmarkt von einem scharfen Wettbewerb seitens ausländischer Anbieter gekennzeichnet. Angesichts größerer Feuerschäden gerieten die versicherungstechnischen Ergebnisse der Zedenten deutlich unter Druck, und die Preise in diesem Bereich legten zu. Dessen ungeachtet erhöhten die Versicherer erneut ihre Selbstbehalte und fragten weniger fakultative Deckungen nach.

Aufgrund von Vorschriften bezüglich einer neuen risikogewichteten Kapitalberechnung, die voraussichtlich ab 2011 Gültigkeit erlangen, sehen sich die Versicherer derzeit vor die Aufgabe gestellt, entweder ein internes Modell zu entwickeln oder auf externe zurückzugreifen. Das Risikokapital soll sich zukünftig an der Größe des Versicherers und den zugrunde liegenden Risiken orientieren; bislang war die Richtschnur für die Bemessung des Risikokapitals 25 % der Nettoprämie. Infolge dieser erhöhten Kapitalanforderungen sowie der Auswirkungen der Finanzmarktkrise erwarten wir insbesondere bei den strukturierten Produkten neue Geschäftsimpulse.

Die Hannover Rück zeichnet in Afrika vorwiegend Spezialgeschäft, das von Zeichnungsagenturen akzeptiert wird - beispielsweise Gebäudeversicherungen für reetgedeckte Häuser. Einen Teil dieses Spezialgeschäfts übernehmen wir von unserer Tochtergesellschaft Compass Insurance Company.

Unser strategisches Ziel in Südafrika ist es, das Geschäft mit Zeichnungsagenturen auszubauen. Dies ist uns im Berichtsjahr gelungen, und wir konnten unser Prämienvolumen deutlich steigern. Neben der Gründung einer neuen Zeichnungsagentur haben wir im Berichtsjahr die MUA Insurance Company erworben, an der wir bereits mit 49 % beteiligt waren. Es ist vorgesehen, die Gesellschaft, die ihren Schwerpunkt auf die Versicherung von Luxusautomobilen gelegt hat, in eine Zeichnungsagentur umzuwandeln.

Mit der Geschäftsentwicklung und dem Underwriting-Ergebnis in Südafrika waren wir im Berichtsjahr zufrieden: Trotz eines durch die internationale Finanzmarktkrise verschlechterten Kapitalanlageergebnisses und einer erhöhten Schadenfrequenz konnten wir ein akzeptables Ergebnis erzielen.

+++ Standard & Poor’s stuft Hannover Re Africa hoch +++

Angesichts der gestiegenen strategischen Bedeutung der Hannover Re Africa im Konzern stufte Standard & Poor’s im Herbst das Rating von „BBB+“ auf „A“ mit stabilem Ausblick hoch. Dies reflektiert die sehr gute Kapitalisierung unserer Tochtergesellschaft sowie ihre gute operative Entwicklung.

Die Hannover Rück zeichnet sich auch in Afrika durch eine sehr hohe Qualität des Führungsteams aus: Im Rahmen des konzernweiten Performance-Excellence-Assessments nach dem Modell der European Foundation for Quality Management schnitt unsere Tochtergesellschaft in Südafrika ausgezeichnet ab und bewies damit ihre besonders herausragende Unternehmensführung und -steuerung, von der unsere Kunden profitieren.

Asien

Unser größter asiatischer Markt ist mit deutlichem Abstand Japan, wo wir unseren Kunden mit einer Servicegesellschaft in Tokio vor Ort zur Verfügung stehen. Die Hannover Rück betreibt ihr Geschäft hier über sämtliche Segmente hinweg - wichtigste Einzelsparte in Japan sind jedoch Naturkatastrophendeckungen, die wir vorrangig auf nichtproportionaler Basis zeichnen.

Die Geschäftsbeziehungen zu unseren japanischen Zedenten sind traditionell auf Kontinuität ausgerichtet, und dank unseres sehr guten Ratings sind wir ein gefragter Ansprechpartner für Rückversicherungsdeckungen.

Bei den meisten großen Erstversicherern nehmen wir daher den Status eines sogenannten „Core Reinsurer“ ein.

Im Berichtsjahr verzeichnete der japanische Erstversicherungsmarkt angesichts rückläufiger Verkaufszahlen bei Automobilen und Immobilien ein Negativwachstum. Obwohl sich die Finanzmarktkrise auf die Versicherer in Japan nicht so gravierend auswirkte wie auf Anbieter in anderen Ländern, litten die Kapitalanlagen dennoch unter den volatilen Aktienmärkten.

Die Originalraten verblieben insgesamt auf einem konstanten, allerdings niedrigen Niveau.

Auf der Rückversicherungsseite gestaltete sich die Situation in den einzelnen Segmenten gemischt. So haben wir angesichts stabiler Preise im Sachgeschäft unser Portefeuille in diesem Bereich leicht ausgebaut. Bei den Sturmund Erdbebendeckungen allerdings kam es aufgrund ausgebliebener Schäden wie erwartet zu deutlichen Ratenreduzierungen, wobei sich die Rückversicherungsprovisionen für Erdbebendeckungen stabil bis leicht erhöht zeigten. Das Unfallgeschäft – eine Sparte, in der es in den letzten Jahren keine Großschäden gab – war naturgemäß von deutlichen Preisrückgängen gekennzeichnet. Im japanischen Haftpflichtbereich dagegen zeigten sich die Preise konstant; getreu unserer Strategie, unser Geschäft noch besser zu diversifizieren, haben wir das Haftpflichtportefeuille daher im Berichtsjahr nicht nur aufrechterhalten, sondern unser Engagement noch erhöht.

Trotz eines allgemein schwierigen Umfelds konnten wir im Berichtsjahr unser Prämienvolumen in Japan nahezu konstant halten. Insgesamt sind wir mit unserer dortigen Geschäftsentwicklung sehr zufrieden.

In Südostasien waren 2008 sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung weitere Ratenreduzierungen hinzunehmen. Hauptmärkte in dieser Region sind für uns Malaysia, Indien, die Philippinen und Indonesien.

Unser Portefeuille besteht hier mehrheitlich aus Sachgeschäft, welches wir im Berichtsjahr weiter diversifiziert haben. Sparten wie Unfall, Ernte- und Viehbestandsversicherung, Kraftfahrt mit limitierter Haftpflicht oder auch strukturierte Deckungen haben wir zielgerichtet ausgeweitet. Insgesamt konnten wir in den asiatischen Märkten im Berichtsjahr eine anhaltende Nachfrage nach strukturierten Produkten feststellen, so zum Beispiel in Indien, Indonesien, Thailand, Südkorea und auf den Philippinen. In China trieb insbesondere die weltweite Finanzmarktkrise unsere Geschäftsmöglichkeiten bei den strukturierten Deckungen voran.

Im Bereich der fakultativen Rückversicherung sind wir in der Region Südostasien ein gesuchter Partner für nichtproportionales Sachgeschäft sowie Haftpflichtdeckungen.

Auf den Philippinen und in Pakistan hat sich im Berichtsjahr die Zahl der Erstversicherer angesichts neuer Solvenzbestimmungen (Risikokapitalvorschriften) verringert. Auch in Malaysia sind - hier infolge von Übernahmen und Zusammenschlüssen - Anbieter vom Markt verschwunden. Anders stellt sich die Situation für Indien dar, wo neue Wettbewerber in den Markt eintraten.

Unser Prämienvolumen reduzierte sich angesichts der Abwertung der meisten regionalen Währungen. Schadenseitig verlief das Berichtsjahr dagegen relativ ruhig; lediglich in Südkorea hatten wir einen Großschaden zu verzeichnen, der für die Hannover Rück zu einer moderaten Belastung von rund 5 Mio. EUR führte.

+++ Entwicklung des Retakaful-Geschäfts sehr zufriedenstellend +++

Wiederum dynamisch hat sich für uns sowohl in Südostasien als auch auf der arabischen Halbinsel das Retakaful-Geschäft – also das Versicherungsgeschäft nach islamischem Recht – entwickelt: Hierfür sorgte die positive ökonomische Lage in den Golfstaaten, unterstützt durch den bis in den Herbst hinein hohen Ölpreis und einen öffentlichen wie privaten Investmentboom. Die Finanzmarktkrise beeinflusste das Wirtschaftswachstum in den Golfstaaten bisher allenfalls geringfügig.

Seit 2006 unterhält die Hannover Rück mit der Hannover ReTakaful in Bahrain eine Tochtergesellschaft, die exklusiv unser Retakaful-Geschäft betreibt; darüber hinaus verfügen wir vor Ort auch über eine Niederlassung, die für die traditionelle Rückversicherung in der Region verantwortlich zeichnet. Hannover ReTakaful bedient eine weltweite Kundenbasis. Neben den Golfstaaten zählt Malaysia zu unseren größten Märkten. Im Berichtsjahr haben wir Beziehungen zu Kunden in Syrien, Ägypten und Libyen aufgenommen und betreiben nun gegenwärtig Geschäft mit 66 Takaful-Gesellschaften. Nach wie vor verfolgen wir das Ziel, langfristig der erste und bevorzugte Ansprechpartner für diese Gesellschaften zu sein.

Unser Prämienvolumen in diesem Bereich haben wir im Berichtsjahr deutlich ausgebaut.

+++ Anhaltend hoher Wettbewerb in China +++

Als wichtigster Wachstumsmarkt Asiens rangiert unverändert China. Während auf den etablierten Erstversicherungsmärkten in Hongkong und Taiwan im Vergleich zum Vorjahr kaum Bewegungen stattfanden, expandierte der chinesische Markt wiederum überproportional.

Diese Entwicklung erstreckte sich über alle Sparten, besonders deutlich betraf sie jedoch das Kraftfahrtgeschäft und die Haftpflichtsparten. China gilt weiterhin als Zielmarkt für die internationalen Erst- und Rückversicherer, und entsprechend intensiv ist der Wettbewerb. Die Anzahl der Erstversicherer steigt noch immer kontinuierlich, zugleich herrscht ein Überangebot an Rückversicherungskapazität. Dominierende Sparte in China ist mit einem Anteil von über 65 % das Kraftfahrtgeschäft. Hongkong und Taiwan sind Märkte mit einem hohen Anteil an nichtproportionalem Geschäft, wobei für uns in Taiwan die Sachsparten überwiegen, in Hongkong dagegen das Haftpflichtgeschäft.

Beide Regionen waren im Berichtsjahr von deutlichen Ratenreduzierungen gekennzeichnet. In China allerdings blieben die Rückversicherungsraten angesichts unzureichender Ergebnisse im Jahr 2007 stabil. Die Bedingungen haben sich leicht verbessert.

Die Hannover Rück verfolgt in den genannten Märkten eine opportunistische Zeichnungspolitik. Wir akzeptieren vornehmlich nichtproportionales Geschäft, das unsere Profitabilitätsvorgaben erfüllt; dies gilt insbesondere für China, wo proportionale Verträge dominieren. Diese Strategie haben wir im Berichtsjahr beibehalten und unser nichtproportionales Geschäft ausgebaut, während wir zugleich unser Engagement im Haftpflichtbereich intensiviert haben. So erhöhte sich unser Prämienvolumen leicht.

+++ Naturkatastrophen prägen Geschäftsjahr in China +++

Die Geschäftsentwicklung in China war im Jahr 2008 insbesondere durch eine angespannte Großschadensituation geprägt, sodass die Rückversicherungsergebnisse sehr unbefriedigend ausfielen: Schnee- und Eisstürme zwischen Mitte Januar und Mitte Februar zogen große Verwüstungen und damit den teuersten versicherten Schaden in der Geschichte Chinas nach sich. Die Nettobelastung aus diesen Ereignissen betrug für die Hannover Rück 16,2 Mio. EUR. Im Mai führte ein schweres Erdbeben in der Provinz Sichuan zu einer menschlichen Tragödie, wobei jedoch die verheerenden volkswirtschaftlichen Schäden in keiner Relation zu den versicherten Werten standen. Demzufolge blieb die Belastung für die Hannover Rück mit 8,3 Mio. EUR eher gering.

Positiver war die Schadensituation in Hongkong und Taiwan, wo wir lediglich kleinere und mittlere Schäden verzeichneten.

Australien

Die Hannover Rück nimmt im australischen Nichtlebens-Rückversicherungsmarkt unverändert die dritte Position ein. Seit mehr als 20 Jahren sind wir in Sydney mit einer Niederlassung vertreten. Unsere Kunden schätzen uns angesichts dieser lokalen Präsenz sowie aufgrund unseres sehr guten Ratings als attraktiven und verlässlichen Partner.

Gemäß einer Entscheidung der australischen Versicherungsaufsichtsbehörde sind nicht-lokale Rückversicherer vom 31. Dezember 2008 an verpflichtet, Sicherheiten für ihre Verträge zu hinterlegen, sodass wir als lokal basierter Anbieter einen Wettbewerbsvorteil genießen.

Den australischen Erstversicherungsmarkt prägte im Berichtsjahr ein kompetitives Umfeld. Da jedoch börsennotierte Unternehmen unter einem besonderen Ergebnisdruck stehen, gab es Anzeichen für eine Verhärtung des Marktes. In der Rückversicherung waren dennoch überwiegend Ratenreduzierungen zu verzeichnen. Stark unter Preisdruck befand sich die Arbeitsunfallversicherung, und auch bei den Katastrophendeckungen waren Preisabschläge hinzunehmen. Die Raten im nichtproportionalen Haftpflichtgeschäft blieben dagegen stabil.

Oberste Maxime unserer Geschäftsstrategie auch auf dem australischen Kontinent ist es, unsere Profitabilitätsziele umzusetzen: Abgesehen von sehr wenigen proportionalen Verträgen konzentrieren wir uns daher voll und ganz auf nichtproportionales Geschäft. Ausnahmen machen wir lediglich bei bereits über Jahre hinweg bestehenden Kundenbeziehungen, sofern diese nachhaltige Gewinne erwirtschaften. Wir sind führender Anbieter im Katastrophengeschäft bei den oberen Haftungsstrecken sowie in der Ärztehaftpflicht.

Nachdem im Vorjahr die Schadensituation in Australien sehr angespannt war, blieben die Belastungen für die Hannover Rück 2008 moderat. In Queensland kam es zwar zu Überschwemmungsschäden, allerdings entwickelte sich keiner zu einem Großschaden für uns. Darüber hinaus sorgte eine Gasexplosion für einen Betriebsunterbrechungsschaden, der nur geringe Auswirkungen für die Hannover Rück nach sich zog.

Mit unserem im Berichtsjahr auf dem australischen Kontinent erzielten Ergebnis sind wir zufrieden.