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Kapitalanlagen

Die Aktienmärkte waren im Berichtsjahr weltweit von einer beispiellosen Abwärtsbewegung geprägt. So verlor der deutsche Aktienindex Dax etwa 40 % binnen Jahresfrist. Auch EuroStoxx 50 und S&P 500 brachen in ähnlicher Größenordnung ein. Zwar erholten sich die Aktienmärkte leicht von den zwischenzeitlichen Tiefstständen im Oktober und November, dennoch stand einem Dax-Kurs von über 8.000 Punkten zu Jahresbeginn Ende Dezember ein Kurs von nur noch 4.810 Punkten gegenüber.

Während die US-amerikanische Notenbank ihre Leitzinsen drastisch auf 0 % bis 0,25 % senkte, fielen die Korrekturen seitens der Europäischen Zentralbank moderater aus. Auch sie reduzierte zwar den Leitzins, zunächst jedoch nur auf 2,5 %. Angesichts der Rezessionstendenzen in nahezu allen bedeutenden Währungsräumen wurde weltweit ein Zinssenkungszyklus eingeläutet.

Die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen verringerte sich aufgrund der wirtschaftlichen Aussichten spürbar auf unter 2,8 %. Auch in Europa rentierten sie bei weniger als 3,0 %, während zur Jahresmitte jeweils Höchststände von deutlich über 4,0 % registriert wurden. Unternehmensanleihen notierten im Verlauf des vierten Quartals mit erheblichen Risikoaufschlägen bei weitgehender Illiquidität. Der Euro verlor im Jahresverlauf leicht gegenüber dem US-Dollar, behauptete sich dagegen im Vergleich zu anderen Währungen zum Teil deutlich.

Die Kapitalanlagepolitik der Hannover Rück orientiert sich unverändert an den folgenden zentralen Anlagegrundsätzen:

  • Generierung stabiler, planbarer und steuerlich optimierter Erträge unter gleichzeitiger Wahrung eines hohen Qualitätsstandards des Portefeuilles;
  • Gewährleistung jederzeitiger Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Hannover Rück;
  • hohe Diversifizierung der Risiken;
  • Begrenzung von Währungskursrisiken durch kongruente Währungsbedeckung.

 

Zusammensetzung der Kapitalanlagen (in %)

Zusammensetzung der Kapitalanlagen (in %)(Tortendiagramm)

Vor diesem Hintergrund verfolgen wir ein aktives Risikomanagement auf Basis ausgewogener Risiko-/Ertragsanalysen. Dabei berücksichtigen wir zentral implementierte Kapitalanlagerichtlinien und Erkenntnisse einer dynamischen Finanzanalyse. Diese Maßnahmen, zusammen mit dem positiven versicherungstechnischen Cashflow, gewährleisten, dass unsere Zahlungsfähigkeit jederzeit sichergestellt ist.

Im Rahmen unseres Asset-Liability-Managements bestimmt der Verlauf der versicherungstechnischen Verpflichtungen die Währungsverteilung der Kapitalanlagen. Dadurch erreichen wir eine weitgehende Kongruenz der Währungen zwischen Aktiv- und Passivseite, sodass Wechselkursschwankungen keinen wesentlichen Einfluss auf unser Ergebnis haben. Zum Jahresende haben wir 43,8 % unserer Kapitalanlagen in Euro, 40,3 % in US-Dollar und 6,1 % in britischen Pfund gehalten.

Ein positiver Cashflow aus der Versicherungstechnik und den Kapitalanlagen, unterstützt durch eine leichte Erholung des US-Dollars, ermöglichten trotz Marktwertrückgangs einen Anstieg unserer selbstverwalteten Kapitalanlagen auf 20,1 Mrd. EUR (19,8 Mrd. EUR).

Dagegen stagnierten die ordentlichen Kapitalanlageerträge und blieben mit 829,8 Mio. EUR (859,0 Mio. EUR) hinter dem Vorjahresniveau zurück. Grund hierfür war eine geringere Durchschnittsrendite als noch vor einem Jahr, die maßgeblich aus taktischen Umschichtungen in risikoarme Wertpapiere resultierte.

Kapitalanlagen

Kapitalanlagen (Balkendiagramm)

 

Unsere Depotzinserträge und -aufwendungen in Höhe von saldiert 199,6 Mio. EUR (220,1 Mio. EUR) blieben weitgehend stabil. Abschreibungen auf Wertpapiere fielen in Höhe von 479,9 Mio. EUR (71,4 Mio. EUR) an. Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen sind mit 379,2 Mio. EUR auf die im ersten Quartal vorgenommene taktische Durationsänderung im US-Dollar-Portefeuille sowie die im vierten Quartal aufgelöste Absicherung von rund einem Fünftel des Aktienbestandes zurückzuführen. Dem gegenüber standen realisierte Verluste von 492,8 Mio. EUR (69,7 Mio. EUR). Diese sind hauptsächlich durch die deutliche Reduktion der Aktienquote im vierten Quartal zu erklären. Angesichts der dargestellten Entwicklung verringerte sich das Netto-Kapitalanlageergebnis spürbar auf 278,5 Mio. EUR (1.121,7 Mio. EUR).

Seit Jahren steuern wir aktiv die durchschnittliche Laufzeit unserer festverzinslichen Wertpapiere und tragen damit zum Schutz unseres Eigenkapitals bei. Im Verlauf des Berichtsjahres hatten wir die modifizierte Duration unseres Rentenportefeuilles zunächst reduziert. Zum 31. Dezember 2008 erreichte sie mit 3,8 in etwa wieder das Vorjahresniveau.

Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren stieg deutlich auf 17,9 Mrd. EUR (15,7 Mrd. EUR), was vor allem auf die Reduktion der Aktienquote, aber auch auf versicherungstechnische Mittelzuflüsse zurückzuführen ist. Investiert wurden die Mittel vorwiegend in Staatsanleihen. Die im Eigenkapital enthaltenen stillen Reserven der festverzinslichen Wertpapiere belaufen sich auf 101,7 Mio. EUR, im Vergleich zu stillen Lasten in Höhe von 103,4 Mio. EUR im Vorjahr. Die Qualität der Anleihen, gemessen an Ratingklassen, blieb auf konstant hohem Niveau. Der Anteil von „A“ oder besser eingestuften Wertpapieren übertraf mit 92,9 % das Vorjahresniveau von 92,3 % leicht.

Im Verlauf des Berichtsjahres hat sich die Krise im US-Immobilienbereich zu einer globalen Kredit- und Finanzmarktkrise ausgeweitet. Nachdem unser Kapitalanlagebestand nur unwesentlich von Subprime-Ausfällen betroffen war, hielten sich auch Wertberichtigungen bedingt durch Kreditausfälle sowie Abschreibungen auf Finanztitel in Grenzen. Einer breiten Diversifizierung und engen Emittentenlimiten ist es zu verdanken, dass sich Verluste auf weitere Einzeltitel jeweils im einstelligen Millionen- Euro-Bereich bewegten. Ferner wird nicht nur das Adressrisiko begrenzt, sondern auch eine Diversifizierung hinsichtlich der Branchen und Produktarten vorgenommen. Auch dadurch konnten die Abschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere insgesamt auf 96,9 Mio. EUR (26,6 Mio. EUR) begrenzt werden.

Zum Ende des Berichtsjahres hielten wir 1,2 Mrd. EUR (1,3 Mrd. EUR) in kurzfristigen Kapitalanlagen und laufenden Guthaben. Depotforderungen beliefen sich auf 10,1 Mrd. EUR (9,2 Mrd. EUR).

Qualität der festverzinslichen Wertpapiere (in %)

Qualität der festverzinslichen Wertpapiere (in %)(Tortendiagramm)

 

An den Aktienmärkten beschleunigte sich der im ersten Halbjahr begonnene Abwärtstrend im vierten Quartal noch einmal massiv. In der Folge mussten wir Abschreibungen in Höhe von 356,1 Mio. EUR (34,2 Mio. EUR) vornehmen. Zudem wurde die Aktienquote im vierten Quartal auf ein Minimum reduziert, sodass sie jetzt deutlich unter 1 % liegt (10,1 %).

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Kapitalanlageergebnis

in Mio. EUR 2008 +/-
Vorjahr
2007 2006 2005 2004
Ordentliche Kapitalanlageerträge1) 829,8 -3,4 % 859,0 792,6 654,6 604,5
Ergebnis aus Anteilen
an assoziierten Unternehmen
4,2 -61,9 % 11,0 6,3 3,9 2,2
Realisierte Gewinne/Verluste -113,6 -165,1 % 174,3 217,4 162,2 167,4
Abschreibungen auf Kapitalanlagen 480,4 +567,4 % 72,0 19,0 15,5 21,3
Unrealisierte Gewinne/Verluste2) -119,7 +537,8 % -18,8 19,2 14,5 10,7
Kapitalanlageaufwendungen 41,4 -20,3 % 52,0 49,5 55,4 65,7
Nettoerträge aus
selbstverwalteten Kapitalanlagen
78,9 -91,3 % 901,6 967,0 764,3 697,8
Depotzinsen 199,6 -9,3 % 220,1 221,9 351,6 382,1
Kapitalanlageergebnis 278,5 -75,2 % 1.121,7 1.188,9 1.115,9 1.079,9
1) Ohne Depotzinsen
2) Erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteter Bestand und Handelsbestand

Der Bestand an sogenannten alternativen Investments hat sich weiter erhöht. Zum 31. Dezember 2008 waren 751,8 Mio. EUR (inkl. Resteinzahlungsverpflichtungen) in Private-Equity-Fonds investiert, weitere 294,5 Mio. EUR entfielen auf hochverzinsliche Anleihen und Kredite sowie CDOs, und insgesamt 139,1 Mio. EUR waren in strukturierte Immobilien-Anlagen investiert.

Im Berichtszeitraum haben wir außerdem begonnen, unser Investitionsprogramm für Immobilien umzusetzen. Ein erstes Objekt wurde bereits erworben, und weitere Objekte sind in Prüfung, sodass die Immobilienquote wie geplant sukzessive steigen wird. Derzeit liegt sie jedoch noch unter 1 %.