7.2 Versicherungstechnische Aktiva und Passiva
Versicherungstechnische AktivaDie Anteile der Retrozessionäre an den versicherungstechnischen Rückstellungen basieren auf den vertraglichen Vereinbarungen der zugrunde liegenden Rückversicherungsverträge. Für nähere Angaben verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den versicherungstechnischen Rückstellungen in diesem Kapitel sowie auf die Erläuterungen in Kapitel 6. „Management versicherungstechnischer und finanzieller Risiken“.
SFAS 60 „Accounting and Reporting by Insurance Enterprises“ verlangt die Aktivierung von Abschlusskosten als Vermögenswerte sowie deren Auflösung über die Gewinn- und Verlustrechnung proportional zu der verdienten Prämie.
Bei Rückversicherungsverträgen für fondsgebundene Lebensversicherungsverträge, die nach SFAS 97 als Universal-Life-Type-Verträge klassifiziert wurden, werden die aktivierten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Versicherungsverträge proportional zu den erwarteten Gewinnmargen aus den Rückversicherungsverträgen aufgelöst. Für diese Verträge wurde ein Diskontierungszins verwendet, der auf dem Zins für mittelfristige Staatsanleihen basiert. Für Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag beziehen sich diese Werte auf die erwartete Policenlaufzeit oder Rentenzahlungszeit.
Bei der Personen-Rückversicherung werden die aktivierten Abschlusskosten von Lebens- und Rentenversicherungen mit laufender Prämienzahlung unter Berücksichtigung der Laufzeit der Verträge, der erwarteten Rückkäufe, der Stornoerwartungen und der erwarteten Zinserträge ermittelt.
Bei der Schaden-Rückversicherung werden Abschlusskosten, die direkt mit dem Abschluss oder der Erneuerung von Verträgen im Zusammenhang stehen, für den unverdienten Teil der Prämie abgegrenzt.
Excel download (6 KB)Entwicklung der abgegrenzten Abschlusskosten
| in TEUR | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Bilanzwert zum 31.12. Vj. | 1.807.143 | 1.980.102 |
| Währungsumrechnung zum 1.1. | -100.923 | -94.434 |
| Anfangsbestand zum 1.1. Gj. | 1.706.220 | 1.885.668 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | -77 | – |
| Zugänge | 538.673 | 408.643 |
| Amortisationen | 411.062 | 491.650 |
| Portefeuilleeintritte/-austritte | 12.551 | -128 |
| Währungsumrechnung zum 31.12. | 14.478 | 4.610 |
| Bilanzwert zum 31.12. Gj. | 1.860.783 | 1.807.143 |
Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Kapitel 3.2 „Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs und Bewertungsmethoden“.
Im Folgenden wird die Altersstruktur der zum Bilanzstichtag nicht wertberichtigten, jedoch als überfällig eingestuften Abrechnungsforderungen dargestellt.
Excel download (6 KB)Altersstruktur der überfälligen Abrechnungsforderungen
| in TEUR | 2008 | 2007 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| drei Monate bis ein Jahr |
über ein Jahr |
drei Monate bis ein Jahr |
über ein Jahr |
||
| Abrechnungsforderungen | 55.986 | 79.077 | 92.345 | 64.535 | |
Den Zahlungseingang aus den zum Datum der Sollstellung fällig gestellten Abrechnungsforderungen erwarten wir im Rahmen unseres Forderungsmanagements innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten, den wir ebenfalls bei der Risikoanalyse berücksichtigen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Kapitel 6.5 „Kreditrisiken”.
Die Ausfallrisiken der Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft werden durch Einzelbetrachtungen ermittelt und berücksichtigt.
Die Wertberichtigungen auf Abrechnungsforderungen, die wir auf Wertberichtigungskonten erfassen, entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt:
Excel download (7 KB)Wertberichtigungen auf Abrechnungsforderungen
| in TEUR | 2008 | 2007 |
|---|---|---|
| Entwicklung der Wertberichtigungen | ||
| Kumulierte Wertberichtigungen zum 31.12. Vj. | 127.733 | 76.626 |
| Währungsumrechnung zum 1.1. Gj. | -2.011 | 5.839 |
| Kumulierte Wertberichtigungen nach Währungsumrechnung | 129.744 | 70.787 |
| Wertberichtigungen des Gj. | 46.949 | 52.534 |
| Zuschreibungen | 26.203 | 18.709 |
| Zuführung/Auflösung | -24.917 | 23.121 |
| Kumulierte Wertberichtigungen zum 31.12. Gj. | 125.573 | 127.733 |
| Bruttobuchwert der Abrechnungsforderungen zum 31.12. Gj. | 2.927.335 | 2.653.604 |
| Wertberichtigungen | 125.573 | 127.733 |
| Nettobuchwert der Abrechnungsforderungen zum 31.12. Gj. | 2.801.762 | 2.525.871 |
Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr Einzelwertberichtigungen auf die Anteile der Rückversicherer an der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle vorgenommen. Wir verweisen auf die entsprechenden Erläuterungen zu der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle in diesem Kapitel.
Zu den aus versicherungstechnischen Vermögenswerten resultierenden Kreditrisiken verweisen wir zusätzlich auf unsere Ausführungen in Kapitel 6. „Management versicherungstechnischer und finanzieller Risiken“.
Versicherungstechnische Rückstellungen
Zur Darstellung der im Selbstbehalt verbleibenden versicherungstechnischen Nettorückstellungen werden in der nachfolgenden Aufstellung die Bruttorückstellungen und die entsprechenden Anteile der Retrozessionäre, die in der Bilanz als Aktivposten auszuweisen sind, zusammenfassend gegenübergestellt.
Excel download (6 KB)Versicherungstechnische Rückstellungen
| in TEUR | 2008 | 2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Brutto | Retro | Netto | Brutto | Retro | Netto | |
| Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle |
16.932.069 | 2.079.168 | 14.852.901 | 16.553.888 | 2.471.585 | 14.082.303 |
| Deckungsrückstellung | 5.913.075 | 159.151 | 5.753.924 | 6.143.460 | 255.076 | 5.888.384 |
| Rückstellung für Prämienüberträge |
1.333.856 | 29.733 | 1.304.123 | 1.186.382 | 92.322 | 1.094.060 |
| Sonstige versicherungs- technische Rückstellungen |
156.996 | 9.928 | 147.068 | 183.725 | 5.574 | 178.151 |
| Gesamt | 24.335.996 | 2.277.980 | 22.058.016 | 24.067.455 | 2.824.557 | 21.242.898 |
Die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle bemessen sich grundsätzlich nach den Aufgaben der Zedenten. Zusätzlich werden Rückstellungen für nicht gemeldete, bereits eingetretene Schäden (IBNR-Reserven) gebildet.
Bei einer bestimmten Gruppe von Verträgen des Geschäftsbereichs Hannover Re Advanced Solutions sind versicherungstechnische Rückstellungen mit Zinssätzen zwischen 6,5 % und 8,5 % (6,5 % und 8,2 %) abgezinst worden. Die Zinssätze bemessen sich nach den vertraglichen Vereinbarungen. Es handelt sich um Verträge, bei denen zwischen Abschluss und Ablaufzeitpunkt mindestens vier Jahre liegen. Das Abzinsungsvolumen beläuft sich auf 0,2 Mio. EUR (3,3 Mio. EUR). Die diskontierten Rückstellungen belaufen sich Ende 2008 auf 4,2 Mio. EUR (25,9 Mio. EUR).
Die Entwicklung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Beginnend mit der Bruttorückstellung wird nach Abzug der Anteile der Rückversicherer die Veränderung der Rückstellung im Berichtsjahr und im Vorjahr gezeigt.
Excel download (14 KB)Entwicklung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
| in TEUR | 2008 | 2007 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Brutto | Retro | Netto | Brutto | Retro | Netto | |||||
| Bilanzwert zum 31.12. Vj. | 16.553.888 | 2.471.585 | 14.082.303 | 17.596.325 | 3.048.496 | 14.547.829 | ||||
| Währungsumrechnung zum 1.1. | -84.534 | 44.227 | -128.761 | -1.189.614 | -265.602 | -924.012 | ||||
| Anfangsbestand zum 1.1. Gj. | 16.469.354 | 2.515.812 | 13.953.542 | 16.406.711 | 2.782.894 | 13.623.817 | ||||
| Aufwendungen für Versicherungsfälle (f.e.R.)1) |
||||||||||
| Geschäftsjahr | 4.039.386 | 451.563 | 3.587.823 | 3.704.393 | 329.803 | 3.374.590 | ||||
| Vorjahre | 1.202.333 | 65.689 | 1.136.644 | 2.065.334 | 421.135 | 1.644.199 | ||||
| 5.241.719 | 517.252 | 4.724.467 | 5.769.727 | 750.938 | 5.018.789 | |||||
| davon ab: | ||||||||||
| Schadenzahlungen (f.e.R.) | ||||||||||
| Geschäftsjahr | -1.079.533 | -386.532 | -693.001 | -1.675.688 | -135.737 | -1.539.951 | ||||
| Vorjahre | -3.817.633 | -550.663 | -3.266.970 | -3.988.628 | -971.697 | -3.016.931 | ||||
| -4.897.166 | -937.195 | -3.959.971 | -5.664.316 | -1.107.434 | -4.556.882 | |||||
| Veränderungen im Konsolidierungskreis |
3.867 | 2.609 | 1.258 | – | – | – | ||||
| Einzelwertberichtigung auf Retrozessionen |
– | 20.212 | -20.212 | – | -27.061 | 27.061 | ||||
| Portefeuilleeintritte/-austritte | -9.337 | – | -9.337 | -4.094 | 291 | -4.385 | ||||
| Währungsumrechnung zum 31.12. |
123.632 | 902 | 122.730 | 45.860 | 17.835 | 28.025 | ||||
| Bilanzwert zum 31.12. Gj. | 16.932.069 | 2.079.168 | 14.852.901 | 16.553.888 | 2.471.585 | 14.082.303 | ||||
| 1) Inkl. direkt im Eigenkapital erfasster Aufwendungen | ||||||||||
Im Berichtsjahr wurden Einzelwertberichtigungen auf Retrozessionen, d. h. auf die Anteile der Rückversicherer an der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle, per Saldo in Höhe von 20,2 Mio. EUR (Vj. 27,1 Mio. EUR aufgelöst) gebildet, sodass in den Anteilen der Rückversicherer an dieser Rückstellung zum Bilanzstichtag kumulierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 46,7 Mio. EUR (26,4 Mio. EUR) berücksichtigt worden sind.
Der Gesamtwert der Netto-Rückstellung vor Einzelwertberichtigungen, auf den sich die nachfolgenden Darstellungen jeweils beziehen, belief sich zum Bilanzstichtag auf 14.806,2 Mio. EUR (14.055,9 Mio. EUR).
In der nachfolgenden Tabelle wird die Netto-Schadenrückstellung der Jahre 1998 bis 2008 für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des Geschäftsfelds Schaden-Rückversicherung sowie deren Abwicklung dargestellt (sog. Schadenabwicklungsdreieck).
Die Schadenrückstellungen beruhen naturgemäß zu einem gewissen Grad auf Schätzungen, die mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Der Unterschied aus letztjähriger und aktueller Einschätzung schlägt sich im Netto-Abwicklungsergebnis nieder. Darüber hinaus kommt es im Rückversicherungsgeschäft durch Rückversicherungsverträge, deren Laufzeit nicht dem Kalenderjahr entspricht oder die auf Zeichnungsjahrbasis abgeschlossen werden, regelmäßig dazu, dass Schadenaufwendungen nicht exakt dem Geschäfts- oder dem Vorjahr zugewiesen werden können. Dadurch wird insbesondere das erste Vorjahr gegebenenfalls verzerrt dargestellt. Aussagekräftige Analysen sind daher unseres Erachtens erst nach einem Zeitraum von mindestens zwei Jahren sinnvoll.
Ein maßgeblicher Einflussfaktor ist dabei auch die Wertentwicklung des Euros bezogen auf die wichtigsten Fremdwährungen. Trotz gegenläufiger Effekte bei anderen wichtigen Fremdwährungen führte insbesondere der Kursanstieg des US-Dollars im Vergleich zum Vorjahr um +5,0 % gegenüber dem EURo zu einem leichten Anstieg der Schadenrückstellungen auf Eurobasis.
Die Abwicklungsdreiecke zeigen die bilanzielle Abwicklung der zum jeweiligen Stichtag gebildeten Netto-Schadenrückstellung, die sich aus der Rückstellung für das jeweils aktuelle Jahr und die vorangegangenen Anfalljahre zusammensetzt. Dabei wird nicht die Abwicklung der Rückstellung einzelner Anfalljahre, sondern die Abwicklung der bilanziellen Rückstellung, die jährlich zum Stichtag gebildet wurde, ausgewiesen.
Excel download (29 KB)Netto-Schadenrückstellung und deren Abwicklung
| in Mio. EUR | 1998 31.12. |
1999 31.12. |
2000 31.12. |
2001 31.12. |
2002 31.12. |
2003 31.12. |
2004 31.12. |
2005 31.12. |
2006 31.12. |
2007 31.12. |
2008 31.12. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (laut Bilanz) | 5.913,1 | 7.012,5 | 8.482,0 | 12.182,7 | 12.863,4 | 13.462,2 | 13.120,7 | 14.295,9 | 13.279,8 | 12.718,2 | 13.354,1 |
| Kumulierte Zahlungen für das betreffende Jahr und Vorjahre | |||||||||||
| ein Jahr später | 1.448,3 | 1.583.3 | 2.108,2 | 2.242,2 | 2.118,1 | 3.622,7 | 4.495,8 | 3.051,1 | 2.664,8 | 2.476,2 | |
| zwei Jahre später | 2.230,6 | 2.497.7 | 3.111,9 | 3.775,1 | 5.024,4 | 7.322,2 | 6.611,0 | 5.072,2 | 4.389,8 | ||
| drei Jahre später | 2.711,7 | 3.226,2 | 4.174,2 | 6.032,1 | 7.764,8 | 8.780,2 | 7.590,1 | 6.204,5 | |||
| vier Jahre später | 3.186,5 | 3.897,6 | 5.745,1 | 8.588,5 | 8.909,0 | 9.518,8 | 8.356,3 | ||||
| fünf Jahre später | 3.561,1 | 5.119,7 | 7.581,3 | 9.399,8 | 9.467,1 | 10.101,6 | |||||
| sechs Jahre später | 4.341,1 | 6.146,0 | 8.114,1 | 9.786,1 | 9.896,7 | ||||||
| sieben Jahre später | 4.816,5 | 6.509,9 | 8.405,2 | 10.122,4 | |||||||
| acht Jahre später | 5.122,7 | 6.785,1 | 8.610,9 | ||||||||
| neun Jahre später | 5.311,4 | 6.915,0 | |||||||||
| zehn Jahre später | 5.409,6 | ||||||||||
| Nettorückstellung für das betreffende Jahr und Vorjahre zzgl. der bislang geleisteten Zahlungen auf die ursprüngliche Rückstellung | |||||||||||
| am Ende des Jahres | 5.913,1 | 7.012,5 | 8.482,0 | 12.182,7 | 12.863,4 | 13.462,2 | 13.120,7 | 14.295,9 | 13.279,8 | 12.718,2 | 13.354,1 |
| ein Jahr später | 6.363,0 | 7.525,6 | 9.421,6 | 11.604,4 | 11.742,7 | 13.635,5 | 14.433,1 | 13.074,2 | 12.365,8 | 12.171,4 | |
| zwei Jahre später | 6.539,5 | 7.750,5 | 8.878,0 | 10.477,4 | 11.844,8 | 14.236,6 | 13.532,6 | 12.366,0 | 11.868,5 | ||
| drei Jahre später | 6.512,1 | 7.311,6 | 8.186,1 | 10.743,8 | 12.373,3 | 13.596,5 | 13.061,2 | 11.977,1 | |||
| vier Jahre später | 6.232,7 | 6.769,4 | 8.354,1 | 11.543,6 | 11.730,7 | 13.307,4 | 12.770,8 | ||||
| fünf Jahre später | 5.772,0 | 6.820,9 | 9.102,6 | 11.051,2 | 11.666,2 | 13.122,5 | |||||
| sechs Jahre später | 5.694,2 | 7.368,0 | 8.755,6 | 11.164,1 | 11.686,0 | ||||||
| sieben Jahre später | 6.036,4 | 7.142,1 | 8.864,3 | 11.219,1 | |||||||
| acht Jahre später | 5.841,2 | 7.212,2 | 8.935,7 | ||||||||
| neun Jahre später | 5.860,7 | 7.267,8 | |||||||||
| zehn Jahre später | 5.901,8 | ||||||||||
| Abwicklungsergebnis der Schadenrückstellung | -41,1 | -55,6 | -71,4 | -55,0 | -19,9 | 184,9 | 290,4 | 388,9 | 497,9 | 546,7 | |
| davon Währungskurseinfluss | -13,0 | -19,1 | -17,1 | 27,8 | 30,8 | 10,4 | -1,9 | 14,6 | 33,1 | 24,5 | |
| Abwicklungsergebnis ohne Währungskurseinfluss | -54,0 | -74,7 | -88,5 | -27,1 | 10,9 | 195,3 | 288,5 | 403,5 | 530,9 | 571,3 | |
| in Prozent | -0,9 | -1,0 | -1,0 | -0,2 | 0,1 | 1,5 | 2,2 | 3,3 | 4,3 | 4,5 |
Laufzeiten der versicherungstechnischen Rückstellungen
Nach IFRS 4.38 i. V. m. 4.39(d) sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Rückversicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. In den nachfolgenden Tabellen haben wir die versicherungstechnischen Rückstellungen nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitenanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind. Zu weiteren Erläuterungen hinsichtlich des Ansatzes und der Bewertung der Rückstellungen verweisen wir auf Kapitel 3.2 „Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs und Bewertungsmethoden“.
Excel download (9 KB)Laufzeiten der versicherungstechnischen Rückstellungen
| in TEUR | 2008 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | Deckungsrückstellung | ||||||||
| Brutto | Retro | Netto | Brutto | Retro | Netto | ||||
| innerhalb eines Jahres | 4.550.519 | 632.338 | 3.918.181 | 140.488 | 2.335 | 138.153 | |||
| zwischen einem und fünf Jahren | 6.548.143 | 871.076 | 5.677.067 | 211.262 | 35.046 | 176.216 | |||
| zwischen fünf und zehn Jahren | 2.346.469 | 243.109 | 2.103.360 | 308.077 | 2.154 | 305.923 | |||
| zwischen zehn und zwanzig Jahren | 1.869.407 | 190.691 | 1.678.716 | 481.841 | 4.403 | 477.438 | |||
| nach mehr als zwanzig Jahren | 985.265 | 54.036 | 931.229 | 423.293 | 3.182 | 420.111 | |||
| 16.299.803 | 1.991.250 | 14.308.553 | 1.564.961 | 47.120 | 1.517.841 | ||||
| Depots | 632.266 | 134.666 | 497.600 | 4.348.114 | 112.031 | 4.236.083 | |||
| Gesamt | 16.932.069 | 2.125.916 | 14.806.153 | 5.913.075 | 159.151 | 5.753.924 | |||
| in TEUR | 2007 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | Deckungsrückstellung | |||||||
| Brutto | Retro | Netto | Brutto | Retro | Netto | |||
| innerhalb eines Jahres | 4.273.520 | 784.908 | 3.488.612 | 96.918 | 1.149 | 95.769 | ||
| zwischen einem und fünf Jahren | 6.102.419 | 965.745 | 5.136.674 | 204.984 | 6.561 | 198.423 | ||
| zwischen fünf und zehn Jahren | 2.040.895 | 267.452 | 1.773.443 | 311.282 | 32.723 | 278.559 | ||
| zwischen zehn und zwanzig Jahren | 1.884.577 | 261.773 | 1.622.804 | 602.423 | 10.077 | 592.346 | ||
| nach mehr als zwanzig Jahren | 1.496.619 | 62.866 | 1.433.753 | 375.428 | 5.750 | 369.678 | ||
| 15.798.030 | 2.342.744 | 13.455.286 | 1.591.035 | 56.260 | 1.534.775 | |||
| Depots | 755.858 | 155.280 | 600.578 | 4.552.425 | 198.816 | 4.353.609 | ||
| Gesamt | 16.553.888 | 2.498.024 | 14.055.864 | 6.143.460 | 255.076 | 5.888.384 | ||
Die durchschnittliche Laufzeit der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle beträgt 5,5 Jahre (6,1 Jahre), nach Berücksichtigung der entsprechenden Retrozessionsanteile 5,7 Jahre (6,4 Jahre). Die Deckungsrückstellung weist eine durchschnittliche Laufzeit von 14,2 Jahren (13,2 Jahren) – auf Nettobasis 14,4 Jahre (13,3 Jahre) – auf.
Die durchschnittliche Laufzeit der Rückstellungen wird durch die aktuarielle Projektion der erwarteten zukünftigen Zahlungen bestimmt. Für jede homogene Klasse unseres Geschäfts unter Berücksichtigung der Branche, geografischer Aspekte, Vertragsform und Art der Rückversicherung wird ein Zahlungsmuster berechnet und auf die ausstehenden Verbindlichkeiten pro Zeichnungsjahr und Abwicklungsstand angewendet.
Die Zahlungsmuster werden mittels aktuarieller Schätzverfahren ermittelt und bei Veränderungen im Zahlungsverhalten und externen Einflüssen angepasst. Zusätzlich können Großschäden die Berechnungen verzerren, sodass diese getrennt unter Anwendung von Vergleichsmustern oder ähnlichen Schäden betrachtet werden. Die benutzten Zahlungsmuster können Jahr für Jahr durch Vergleich der projizierten Zahlungen mit den tatsächlichen Realisationen verglichen werden.
Traditionell haben Verbindlichkeiten in der Haftpflicht- und Kraftfahrtrückversicherung lange Laufzeiten von z. T. über 20 Jahre, während im Sachgeschäft die Verbindlichkeiten innerhalb der ersten zehn Jahre ausgeglichen werden.
Für Lebens-, Renten-, Unfall- und Krankenrückversicherungsverträge wird eine Deckungsrückstellung gestellt. Basierend auf der Dauer dieser Verträge werden für Lebens- und Rentenpolicen langfristige und für Kranken- und Unfallgeschäft im Wesentlichen kurzfristige Rückstellungen gebildet.
Dabei fließen in die Kalkulation der Deckungsrückstellung die folgenden Parameter ein:
1.Zinserträge;
2.Rückkaufsraten;
3.Sterbe- und Invaliditätsraten.
Basierend auf dem jeweiligen Land, dem Produkttyp, dem Anlagejahr, etc. ergeben sich für die ersten beiden Komponenten unterschiedliche Werte. Die Wahl der verwendeten Sterbe- und Erkrankungsraten basiert auf nationalen Tafeln und dem Standard der Versicherungsindustrie. Darüber hinaus werden Erfahrungswerte des rückversicherten Portefeuilles berücksichtigt. Dabei fließen Erkenntnisse über Geschlechts-, Alters- und Raucherstruktur ein; aber auch Faktoren wie Produkttyp, Vertriebskanal und die Frequenz der Prämienzahlung der Versicherungsnehmer finden Berücksichtigung.
Bereits zu Beginn eines jeden Rückversicherungsvertrages werden für die Berechnung der Deckungsrückstellung Annahmen über die oben genannten drei Parameter getroffen und festgehalten („locked in“). Parallel dazu werden Sicherheits- bzw. Schwankungszuschläge in jede dieser Komponenten eingearbeitet. Um ständig gewährleisten zu können, dass die ursprünglich gewählten Annahmen auch während des Vertragsverlaufs ausreichend sind, werden regelmäßig - üblicherweise jährlich - Kontrollen durchgeführt, ob Anpassungen vorgenommen werden müssen („unlocked“).
Die Deckungsrückstellung wird nach den in SFAS 60 festgelegten Grundsätzen gebildet. Die Reserven basieren im Wesentlichen auf dem Erkenntnisstand der Konzerngesellschaften für Sterblichkeiten, Zins und Storno.
Excel download (8 KB)Entwicklung der Deckungsrückstellung
| in TEUR | 2008 | 2007 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Brutto | Retro | Netto | Brutto | Retro | Netto | ||
| Bilanzwert zum 31.12. Vj. | 6.143.460 | 255.076 | 5.888.384 | 6.109.154 | 447.537 | 5.661.617 | |
| Währungsumrechnung zum 1.1. |
-483.382 | -3.106 | -480.276 | -324.136 | -3.763 | -320.373 | |
| Anfangsbestand zum 1.1. Gj. |
5.660.078 | 251.970 | 5.408.108 | 5.785.018 | 443.774 | 5.341.244 | |
| Veränderungen | 454.040 | 32.698 | 421.342 | 436.704 | 38.770 | 397.934 | |
| Portefeuilleeintritte/-austritte | -147.315 | -125.628 | -21.687 | -58.727 | -227.707 | 168.980 | |
| Währungsumrechnung zum 31.12. |
-53.728 | 111 | -53.839 | -19.535 | 239 | -19.774 | |
| Bilanzwert zum 31.12. Gj. | 5.913.075 | 159.151 | 5.753.924 | 6.143.460 | 255.076 | 5.888.384 | |
Die Rückstellung für Prämienüberträge ergibt sich aus der Abgrenzung der Rückversicherungsprämie. Die Prämienüberträge orientieren sich an dem Zeitraum der Risikotragung und wurden nach den Aufgaben der Zedenten gestellt. In den Fällen, in denen keine Angaben vorlagen, wurden die Prämienüberträge nach geeigneten Methoden geschätzt. Prämie, die für Zeiträume nach dem Bilanzstichtag entrichtet ist, wurde erfolgswirksam abgegrenzt.
Excel download (9 KB)Entwicklung der Rückstellung für Prämienüberträge
| in TEUR | 2008 | 2007 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Brutto | Retro | Netto | Brutto | Retro | Netto | |
| Bilanzwert zum 31.12. Vj. | 1.186.382 | 92.322 | 1.094.060 | 1.581.034 | 339.096 | 1.241.938 |
| Währungsumrechnung zum 1.1. |
-16.191 | -499 | -15.692 | -131.539 | -32.980 | -98.559 |
| Anfangsbestand zum 1.1. Gj. | 1.170.191 | 91.823 | 1.078.368 | 1.449.495 | 306.116 | 1.143.379 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | 1.866 | 1.328 | 538 | – | – | – |
| Veränderungen | 113.480 | -59.193 | 172.673 | -298.490 | -227.511 | -70.979 |
| Portefeuilleeintritte/-austritte | 31.608 | 94 | 31.514 | -664 | -108 | -556 |
| Währungsumrechnung zum 31.12. |
16.711 | -4.319 | 21.030 | 36.041 | 13.825 | 22.216 |
| Bilanzwert zum 31.12. Gj. | 1.333.856 | 29.733 | 1.304.123 | 1.186.382 | 92.322 | 1.094.060 |
Die Angemessenheit der Versicherungsverbindlichkeiten aus unseren Rückversicherungsverträgen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Im Rahmen des Angemessenheitstests für versicherungstechnische Verbindlichkeiten werden den zukünftig zu erwartenden vertraglichen Leistungsverpflichtungen die zukünftig zu erwartenden Erträge gegenübergestellt. In der Vorgehensweise folgt die Hannover Rück der „Loss Recognition“ gemäß US GAAP. Sollten im Ergebnis des Tests die künftig zu erwartenden Erträge nicht ausreichen, um zukünftige Leistungen zu finanzieren, wird der gesamte Fehlbetrag erfolgswirksam erfasst, indem zunächst entsprechend des Fehlbetrags aktivierte Abschlusskosten abgeschrieben werden. Eine danach gegebenenfalls noch verbleibende Differenz wird als Zusatzreserve gestellt.