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7.5 Steuern und latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden nach IAS 12 für zu erwartende Steuerminderungen und für zu erwartende Steuermehrbelastungen nachfolgender Geschäftsjahre angesetzt, sofern sie aus unterschiedlichen Wertansätzen einzelner Bilanzposten resultieren. Grundsätzlich können sich diese Bewertungsunterschiede zwischen der nationalen Steuerbilanz und der nationalen Handelsbilanz, der konzerneinheitlich bewerteten Bilanz und der nationalen Handelsbilanz sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen und so genannten "Tax Credits" ergeben. Auf temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen wurden keine latenten Steuern gebildet.

Im Juli 2007 wurde in Deutschland das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 vom Bundesrat verabschiedet, das unter anderem zu einer Senkung der Steuersätze für Körperschaften ab dem 1. Januar 2008 geführt hat. Im Steueraufwand des Vorjahres wird deshalb ein einmaliger Ertrag aufgrund dieser Umbewertung i.H.v. 191,5 Mio. EUR für die Hannover Rückversicherung AG und die E+S Rückversicherung AG ausgewiesen.

Buchungen latenter Steuern auf Konzernebene erfolgen grundsätzlich unter Ansatz des Konzernsteuersatzes von 32%.

Die tatsächlichen und die latenten Ertragsteuern setzen sich wie folgt zusammen:

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Ertragsteuern

in TEUR 2008 2007
Tatsächliche Steuern für das Berichtsjahr 181.395 219.727
Periodenfremde tatsächliche Steuern 30.298 54.991
Latente Steuern aufgrund temporärer Unterschiede 13.216 -46.377
Latente Steuern aus Verlustvorträgen -18.269 12.364
Veränderung latenter Steuern aufgrund von Steuersatzänderungen -1.030 -193.253
Ausgewiesener Steueraufwand 205.610 47.452
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Aufteilung des ausgewiesenen Steueraufwands/-ertrags auf In- und Ausland

in TEUR 2008 2007
Tatsächliche Steuern    
Inland 159.797 214.538
Ausland 51.895 60.180
Latente Steuern    
Inland -4.124 -282.152
Ausland -1.958 54.886
Gesamt 205.610 47.452

In der folgenden Tabelle werden die aktiven und passiven latenten Steuern auf die Bilanzpositionen aufgeteilt, aus denen sie resultieren.

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Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten aller Konzerngesellschaften

in TEUR 2008 2007
Aktive latente Steuer    
Steuerliche Verlustvorträge 88.809 74.422
Schadenrückstellungen 138.699 244.360
Deckungsrückstellung 223.418 147.626
Sonstige Rückstellungen 54.227 46.495
Abrechnungsforderungen 84.280 83.232
Depotverbindlichkeiten 513
Bewertungsunterschiede aus Kapitalanlagen 50.077 35.670
Depots aus Finanzierungsgeschäften 1.465 34.108
Sonstige Bewertungsunterschiede 27.835 21.550
Wertberichtigungen -120.177 -109.732
Gesamt 549.146 577.731
Passive latente Steuer    
Schadenrückstellungen 2.388 3.655
Deckungsrückstellung 22.386 53.456
Sonstige versicherungstechnische/übrige nichttechnische Rückstellungen 10.778 15.054
Schwankungsrückstellung 680.915 679.732
Depotforderungen 3.675 13.924
Abgegrenzte Abschlusskosten 389.580 367.847
Abrechnungsforderungen/-verbindlichkeiten 119.698 113.018
Bewertungsunterschiede aus Kapitalanlagen 128.380 96.642
Sonstige Bewertungsunterschiede 13.789 7.351
Gesamt 1.371.589 1.350.679
Latente Steuerverbindlichkeiten 822.443 772.948

Wertberichtigungen auf latente Steuerforderungen haben wir im Berichtsjahr erstmals separat ausgewiesen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Der Betrag tatsächlicher und latenter Steuern, die am Ende des Geschäftsjahres direkt im Eigenkapital erfasst waren, beträgt -53,5 Mio. EUR (2,5 Mio. EUR). Sie resultieren aus Posten, die direkt dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden.

Zum Ansatz und zur Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern verweisen wir auf Kapitel 3.2 „Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs und Bewertungsmethoden“.

In der nachfolgenden Tabelle wird der erwartete Steueraufwand auf den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen tatsächlichen Steueraufwand übergeleitet. Zur Berechnung des erwarteten Konzernsteueraufwands wird das Vorsteuerergebnis mit dem Konzernsteuersatz multipliziert. Der dabei verwendete Konzernsteuersatz ergibt sich gerundet unter Berücksichtigung des Körperschaftsteuersatzes inklusive Solidaritätszuschlag sowie der Gewerbesteuer.

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Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand

in TEUR 2008 2007
Ergebnis vor Einkommen- und Ertragsteuern 70.626 850.402
Erwarteter Steuersatz 32 % 40 %
Erwarteter Steueraufwand 22.600 340.161
Steuersatzänderungen -1.023 -193.253
Besteuerungsunterschiede bei den Auslandstöchtern -44.909 -73.906
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 132.251 39.143
Steuerfreie Erträge 45.712 -74.328
Aperiodischer Steueraufwand 31.793 56.073
Nutzung zuvor wertberichtigter Verlustvorträge -61.309
Sonstige 19.186 14.871
Ausgewiesener Steueraufwand 205.610 47.452
Zeitliche Nutzbarkeit aktivierter Verlustvorträge

Zum Bilanzstichtag bestehen nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 292,0 Mio. EUR (230,3 Mio. EUR). Von diesen wurden unter Berücksichtigung lokaler Steuersätze 249,6 Mio. EUR (210,2 Mio. EUR) nicht aktiviert, da ihre Realisierung nicht mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist.

Darüber hinaus bestehen Steuergutschriften von 20,3 Mio. EUR (17,2 Mio. EUR), die nicht aktiviert wurden.

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Ablauf der nutzbaren, aber nicht aktivierten Verlustvorträge und Steuergutschriften

in TEUR ein bis fünf Jahre sechs bis zehn Jahre > zehn Jahre Unbegrenzt Gesamt
Verlustvorträge 138.667 110.941 249.608
Steuergutschriften 20.300 20.300
Gesamt 138.667 131.241 269.908