Kapitalmärkte
Nach den historischen Kurseinbrüchen an den internationalen Aktienmärkten im Jahr 2008 sank die Risikobereitschaft vieler Investoren deutlich – sichere Staatsanleihen und Gold waren präferierte Anlagemedien. Bis zum Ende des ersten Quartals erreichten die Risikoaufschläge am Rentenmarkt einen Rekordstand, allerdings wandelten sich die Rahmenbedingungen für die Märkte im Jahresverlauf stark. Zusammen mit der Beruhigung der Lage im Bankensektor kehrte die Risikobereitschaft der Investoren zurück. In vielen Marktsegmenten setzte im März eine bis heute anhaltende starke Erholung ein. Gleichzeitig haben sich die Renditen langfristiger Staatsanleihen erhöht, liegen aber immer noch auf einem relativ niedrigen Niveau.
Auch an den Börsen setzte sich der Negativtrend bis März des Jahres noch fort. Zu verdanken war der Stimmungswandel den deutlichen Leitzinssenkungen der wichtigsten Notenbanken der Welt, den verschiedenen nationalen Konjunkturprogrammen und Bankenrettungsfonds sowie der Erkenntnis, dass die Regierungen nach dem Fall von Lehman Brothers keine weitere systemrelevante Bank mehr kollabieren lassen würden.
Aufgrund einer expansiven Geldpolitik im Berichtsjahr fielen die Leitzinsen im Währungsraum des Euro und Britischen Pfunds auf einen neuen Tiefstand. In den USA, Japan und Großbritannien lagen die Zinssätze nahe der Null-Linie, in Europa senkte die EZB den Leitzins auf 1 %. Gleichzeitig weiteten alle wichtigen Notenbanken 2009 ihre Maßnahmen zur Sicherung der Liquiditätsversorgung im Bankensektor massiv aus.
Gegenüber anderen Währungen, so auch gegenüber dem Euro, hat der Dollar im Berichtsjahr an Boden verloren. Die schwache US-Währung stützte die Nachfrage nach Gold, das sich 2009 in einem so stabilen Aufwärtstrend wie keine andere bedeutende Anlageform befand und im Dezember einen neuen Rekordpreis erlangte. Zum Jahresende konnte der Dollar gegenüber dem Euro wieder leicht zulegen.