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Nordamerika

Bruttoprämie der Zielmärkte

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Der nordamerikanische (Rück-)Versicherungsmarkt ist der weltweit größte Einzelmarkt und nimmt im Portefeuille der Hannover Rück zurzeit die zweite Position ein. Auf ihn entfallen 14,8 % unseres Prämienvolumens in der Schaden-Rückversicherung.

Das ökonomische Umfeld in den USA erholte sich in der zweiten Jahreshälfte leicht von den negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Auch der Konsum belebte sich langsam, begünstigt durch die anhaltend niedrigen Zinsen. Angesichts normalisierter Abschreibungen und wieder ansteigender Kapitalanlageerträge verbesserte sich die Eigenkapitalsituation der Erstversicherer gegenüber 2008 überraschend deutlich. Laut der Auswertung eines auf Versicherungsaktien spezialisierten Instituts ist die Finanzsituation der Erstversicherer in den USA nach einer kräftigen Erholung im zweiten Quartal wieder auf dem Niveau des Vorjahres angelangt. Aus diesem Grund wuchs die Nachfrage nach Rückversicherung in den USA nur unwesentlich. Allerdings hat sich der Trend, die Selbstbehalte zu erhöhen, im Berichtsjahr nicht fortgesetzt.

Wir begrüßen die Bestrebungen in den USA, die Aufsicht der Versicherungsindustrie zu optimieren und einen Ansprechpartner auf Bundesebene für ausländische Behörden und Verbände zu schaffen. Angesichts der globalen Finanzkrise und stetig wachsender internationaler Verflechtungen ist dies von besonderer Wichtigkeit – nicht nur für die Kooperation mit der International Association of Insurance Supervisors (IAIS), sondern auch für Verhandlungen über eine einseitige oder gegenseitige Anerkennung von Aufsichtsbehörden. Auch die Bemühungen des National Association of Insurance Commissioners (NAIC) sowie einzelner US-Staaten, die Bedingungen für ausländische Rückversicherer zu verbessern, sehen wir als sehr sinnvoll an.

Die Hannover Rück ist in Nordamerika durch ihre langjährigen Geschäftsbeziehungen und ihre Expertise, vor allem aber aufgrund ihrer exzellenten Bonität, ein geschätzter Partner. Angesichts der Zyklizität des nordamerikanischen Marktes ist es notwenig, auch in weicheren Phasen eine aktive Rolle zu spielen, um sich für kommende Jahre des „harten“ Marktes die Möglichkeit zum erneuten Geschäftsausbau zu sichern. Marktumfragen bestätigen, dass wir im Maklermarkt nach wie vor qualitativ sehr gut aufgestellt sind.

Um unser Portefeuille weiter zu diversifizieren, haben wir auch im Berichtsjahr den Anteil großer Zedenten reduziert und im Gegenzug unsere Geschäftsbeziehungen zu mittelgroßen Regionalgesellschaften und Gegenseitigkeitsvereinen ausgebaut. Dieses Segment wurde in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich erweitert. Die Konzentration auf diese Kunden steht weiterhin im Vordergrund unserer Aktivitäten, wobei wir den strategisch angelegten Kundenbeziehungen ein höheres Gewicht beimessen.

Ganz bewusst wurde 2009 auf den Ausbau unseres Marktanteils verzichtet, da wir das Geschäft in einigen Segmenten für noch nicht ausreichend attraktiv halten. Gleichwohl zählen wir unverändert zum engen Kreis der Rückversicherer, die – aufgrund ihres Ratings und Standings im Markt – bevorzugt bei der Platzierung und Preisfestsetzung angesprochen werden.

Im Sachgeschäft waren im ersten Halbjahr noch deutliche Ratenerhöhungen zu erzielen, deren Niveau aber im weiteren Verlauf des Berichtsjahres stagnierte. Da Katastrophenschäden ausgeblieben sind, kam es zu keinen weiteren Preiserhöhungen.

Die Ratensituation im Haftpflichtgeschäft sehen wir überwiegend als ungenügend an. Zwar waren Preiserhöhungen im Bereich der Arbeitsunfallrückversicherung möglich, jedoch waren diese nicht ausreichend. In den Haftpflichtsparten und auch in der Berufshaftpflicht blieben die Raten lediglich stabil. Daher haben wir die Ausweitung des Geschäfts zurückgestellt, im Bereich Haftpflicht haben wir das Volumen weitgehend gehalten.

Nachdem wir unsere Zeichnungen im Segment der Berufshaftpflichtversicherung in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren hatten, haben wir unser Engagement im Berichtsjahr nicht weiter reduziert. Im Gegenteil, wir haben Chancen zur Portefeuilleumschichtung genutzt, die sich angesichts der Auswirkungen der Finanzmarktkrise ergeben haben.

In den USA gab es keine für uns relevanten Großschadenereignisse. In Kanada allerdings war ein Hagelsturm in der Provinz Alberta zu verzeichnen, der für uns zu einer Nettobelastung von rund 5 Mio. EUR führte. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote betrug 106,4 %.

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