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Globale Rückversicherung

In der Globalen Rückversicherung sehen wir insgesamt sehr gute Chancen, sowohl im Bereich Retakaful, also der Rückversicherung nach islamischem Recht, als auch bei der fakultativen Rückversicherung. Auch die Entwicklung in den Märkten Zentral- und Osteuropas verspricht sehr positiv zu werden.

In West- und Südeuropa entwickelten sich die Raten für lang abwickelndes Geschäft stabil, während sie für kurzfristiges Geschäft leicht nachgaben. Bei Bauhaftpflichtdeckungen in Frankreich – in diesem Bereich sind wir Marktführer – erwarten wir weiterhin gute Geschäftschancen. Die Raten blieben hier überwiegend stabil.

Ebenfalls positiv ist die Entwicklung der Märkte in Zentral- und Osteuropa, welche in unserem strategischen Fokus stehen. Hier steigt die Nachfrage nach Rückversicherungsprodukten, weshalb wir davon ausgehen, dass sich unsere Prämieneinnahmen bei unverändert guter Profitabilität weiter erhöhen werden.

In Lateinamerika ist ein zunehmender Wettbewerb spürbar, ebenso in Brasilien. Dennoch versprechen wir uns eine leichte Steigerung des Prämienvolumens.

Anders als erwartet wuchsen in China die Preise im Originalgeschäft nicht. Trotzdem konnten wir teilweise reduzierte Provisionen durchsetzen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnen wir mit einer leichten Steigerung unseres Prämienvolumens. Dabei bietet unsere neue Niederlassung in Shanghai die optimale Basis, um unsere Position in China weiter auszubauen. In weiteren südostasiatischen Märkten wie Malaysia erwarten wir leicht steigende Prämieneinnahmen. Für den japanischen Markt – hier werden die Verträge größtenteils zum 1. April erneuert – sollte das Prämienvolumen stabil bleiben.

Im Jahr 2010 können wir auf eine 25-jährige erfolgreiche Entwicklung unserer Niederlassung in Australien zurückblicken. Steigende Preise im nichtproportionalen Bereich sowie Chancen, die sich aus der Rückversicherung von neuem Agenturgeschäft ergeben, werden voraussichtlich zu einem weiteren Prämienwachstum führen.

Im weltweiten Katastrophengeschäft kam es in der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2010 zum erwarteten Ratendruck. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass die Erstversicherer das durch die Finanzmarktkrise verlorene Kapital schneller als angenommen wieder aufbauen konnten. Ein weiterer Grund ist der ruhige Großschadenverlauf im vergangenen Jahr. Sollte das Jahr 2010 ebenfalls frei von großen (Natur-)Katastrophen bleiben, wird der Druck auf die Prämien anhalten. Zudem ist im Markt ausreichend Rückversicherungskapazität vorhanden.

Besonders ausgeprägt waren die Ratenreduzierungen in den USA; dies gilt sowohl für die Sach-Katastrophendeckungen als auch für die Arbeitsunfall- und die Unfallversicherung. Dort, wo die Programme schadenbelastet waren, wie zum Beispiel im Sachgeschäft im Mittleren Westen, waren allerdings auch Preissteigerungen möglich.

Stabile Raten konnten wir in unserem Heimatmarkt durchsetzen. In Italien haben die Ereignisse von 2009, das Erdbeben in den Abruzzen sowie Hagelereignisse, zwar zu Preiserhöhungen geführt, allerdings blieben diese hinter unseren Erwartungen zurück. Infolge des Wintersturms „Klaus“ blieb in Frankreich ein Preisverfall aus; neben stabilen Raten gab es hier auch Erhöhungen. In Folge der höheren Schadenfrequenz in Zentral- und Osteuropa stiegen dort die Preise bei gleichzeitig reduzierten Exponierungen an.

Angesichts der Bedingungen in den Märkten sind wir mit den Ergebnissen aus der Erneuerungsrunde im weltweiten Katastrophengeschäft zufrieden. In Japan, einem weiteren wichtigen Markt für Naturkatastrophendeckungen, finden die Vertragserneuerungen nicht zum 1. Januar, sondern zum 1. April statt. Wir rechnen im laufenden Geschäftsjahr anders als 2009 mit Ratenreduzierungen.

Bei den landwirtschaftlichen Versicherungen, die beispielsweise Ernte und Viehbestände schützen, stellen wir eine kontinuierliche Nachfrage fest. Dieser Markt wird aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Nahrungsmittelsicherung weiterhin wachsen. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Entwicklung von Produkten und kooperieren mit internationalen Organisationen im Hinblick auf die Erschließung von Potenzialen.

Sehr vielversprechend entwickelt sich weiterhin das Segment Retakaful. Hier gehen wir in den nächsten Jahren von weiteren Prämienzuwächsen aus. Für 2010 ist vor Katastrophenallem ein Anstieg im Engineering-Geschäft in Saudi-Arabien und Abu Dhabi zu erwarten. In Anbetracht der insgesamt noch immer relativ geringen Versicherungsdichte im arabischen Raum ist das Potenzial für das Retakaful- Geschäft weiterhin hoch.

Bei der fakultativen Rückversicherung, d.h. der Zeichnung von Einzelrisiken, werden zum 1. Januar nur rund 40 % unseres Vertragsbestandes erneuert. Wir konnten hier überwiegend stabile Raten erreichen. In Europa haben wir unsere Marktanteile in einigen Segmenten, so zum Beispiel im französischen Haftpflichtgeschäft, erhöht. Während die Preise auch im US-Haftpflichtgeschäft stabil blieben, war im Sachgeschäft ein deutlicher Prämienabrieb zu verzeichnen. In Asien wuchsen die Prämien. Hier wollen wir unser Engagement weiter ausbauen. Die Erwartungen nach verbesserten Raten im Energy-Bereich haben sich bislang nicht materialisiert. Für die fakultative Rückversicherung gehen wir summa summarum von einem steigenden Prämienvolumen aus.

Insgesamt sind die Bedingungen in der weltweiten Schaden- Rückversicherung für die Hannover Rück immer noch günstig. Durch unsere Finanzstärke haben wir beste Möglichkeiten, von den sich bietenden Marktchancen zu profitieren. Unser ausgezeichnetes Rating ebnet uns den Weg zur Generierung von attraktivem Geschäft. Wir richten unseren Blick in der Schaden-Rückversicherung weiterhin auf profitable Nischenmärkte und rechnen für das laufende Jahr und darüber hinaus mit einer sehr positiven Geschäftsentwicklung.

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